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Kann mein Chef ein guter Therapeut sein?

03/2013

jürgen 9Diese Frage ist, klar mit NEIN zu beantworten. Aber ich denke, darüber muss man gar nicht erst nachdenken, denn der Chef ist eben von Berufswegen kein Therapeut, genau so wenig wie er in den meisten Fällen Ihr Bäcker ist. Aber wie komme ich überhaupt auf so eine Frage?

Ich habe gerade HIER den Artikel von Dr. Regina Mahlmann gelesen mit dem Thema: „Kann mein Chef ein guter Therapeut sein?“ Was dort beschrieben wird ist leider schwarz/weiss Denken, das genau so an den eigentlichen Herausforderungen vorbei geht, wie viele Managenetmethoden der letzten Jahrzehnte, die wenn man sie sich bei Licht betrachtet, oftmals theoretische Entwicklungen, fernab der Praxis sind. Sie hören sich gut an und bringen oft auch kurzfristige Erfolge, leider jedoch keine NACHHALTIGEN. Deshalb muss die Zunft der „Theorieberater“ – so nenne ich diejenigen die noch nie ein Unternehmen aus eigener Erfahrung von Innen gesehen haben – auch ständig mit neuen Methoden aufwarten, die meist die gleiche Halbwertszeit besitzen wie deren Vorgänger.

Aber nochmal zurück. Nein, ihr Chef kann nicht der Therapeut seiner Mitarbeiter sein, aber das, was Frau Dr. Mahlmann dort aus der Theorie heraus beschreibt, was er sein sollte, ist leider genau das, was ich eine unfähige Führungskraft nenne und die Ursache vieler Probleme sind, die es heute in Unternehmen gibt. Sie schreibt:

„Aus rekonstruierbaren Gründen hat die Funktion „Führungskraft“ Schlagseite bekommen: hin zu einer „ganzheitlichen“ psycho-physisch-sozialen Gesamtverantwortung für Mitarbeiter. Seit Jahrzehnten reüssieren Vertreter bestimmter psychologischer Konzepte und Repräsentanten der Unternehmen beratenden Zunft damit, den Mitarbeiter als „ganzen Menschen“ in den Fokus des Führens zu rücken“

Ja hallooo! Der Mitarbeiter ist ein ganzer Mensch und von seinen Erfahrungen, Emotionen und Konditionierungen bis hinein ins Säuglingsalter nicht voneinander abzuspalten. Das zu versuchen ist genau das Problem, weshalb wir heute da stehen, wo wir stehen. Ich sage nein, die „Funktion Führungskraft“ hat keine Schlagseite bekommen, denn Führungskraft ist keine Funktion in dem Sinne, sondern eine Verantwortung für Menschen die einem zur Führung gegeben wurden und um die man sich gefälligst zu kümmern hat. Aber Menschenführung – und darum geht es – erlernet man nicht theoretisch aus Fachbüchern, sondern in der Praxis von der Praxis durch eine praxiserfahrene echte FÜHRUNGS-KRAFT. Und das Wort Kraft ist nicht deshalb im Wort Führungskraft beinhaltet, weil eine ergebisverantwortliche Führungskraft den ihm anvertrauten Mitarbeitern die Kraft abzieht um seine persönlichen Zielvereinbarungen zu erfüllen und seinen Bonus einzusacken, sondern es ist auch seine Aufgabe den MITarbeitern Kraft zu geben, ihre Aufgabe erfüllen zu können. Im Sinne des gesamten Unternehmens.

Das ist leider in der von US- und Globalisierungsmethoden geprägten Geschäftswelt völlig in Vergessenheit geraten. Aber das ist auch nachvollziehbar, da heute ja fast niemand mehr in größeren Unternehmen wirkliche Verantwortung für sein Handeln, das Unternehmen und die Menschen die darin arbeiten (übrigens die meiste Zeit des erlebbaren Tages) keinerlei Verantwortung mehr übernehmen, sondern nur noch eine „Rolle auf Zeit“.  Das ist die eigentliche Ursache für viele Schieflagen in einer globalisierten Welt, denn auch diese zeitbegrenzten Verantwortlichkeiten sind dem Manager vom „Markt“ und seinen Aktionären oder Eignern aufgedrängt, die oft nur Eines im Sinn haben. Ihren eigenen Profit mit möglichst geringem Aufwand auf möglichst hohe Wachstumsraten zu pushen und das ohne Rücksicht auf Kollateralschäden, wie man im militärischen Segment so gerne erläutert.

Natürlich ist eine Führungskraft nicht für das Liebesleben seiner Mitrabeiter verantwortlich und natürlich ist und kann er kein Therapeut sein, aber wenn eine Führungskraft, und da schliesse ich alle Ebenen ein, die Verantwortung für andere Menschen haben, nicht erkennen können daß es ihrem Mitarbeiter privat nicht gut geht haben diese ihren Job verfehlt. Dann müssen sie dies eben lernen. Denn ein unausgeglichenes Privatleben wirkt sich unweigerlich massiv auf die Arbeit und Leistung im Unternehmen aus. Dazu benötigt man keine theoretischen Studien, sondern etwas Feingefühl für Menschen und Beobachtungsgabe.

Insbesondere im Vertrieb und Verkauf kommt dies selten so schnell und brutal zu Tage, da dort in Zahlen Messbar ist, was andere Bereiche „fühlen“ müssen. Nirgendwo haben die Mitarbeiter direkteren Kontakt zum Kunden und der spürt den Strass, die Unausgeglichenheit des Mitarbeiters Meilen gegen den Wind. Es gibt keine Chance sich zu verstecken und ein gutes Schauspieltraining vermag das auch nur zeitweise zu übertünchen. Der „Rost“ kommt wieder schnell durch und treibt oft große Blüten.

Es ist also die Aufgabe einer Führungskraft auch persönlich – menschliche und sogar private Krisenherde zu lokalisieren und Unterstützung anbieten zu können.  Nicht das sture festhalten an Zielvorgaben und rein ergebnisorientiertem Denken ist hier der Idealfall. Die Ergebnisorientierung und die Ergebnisse, sind dann eine automatische Folge, wenn ein positiver Nährboden geschaffen ist. Und dazu muss eine Führungskraft kein Therapeut sein, aber ein sehr guter Menschenversteher. Und ja, das ist Arbeit die heute durch den Dominoeffekt in vielen Unternehmen nicht mehr geleistet werden kann. Die Unternehmen aber die eine solches menschen- und naturkonformes Führungsklima etabliert haben, erfreuen sich guter und nachhaltiger Erfolge. Meist noch zu finden in unternehmergeführten Firmen, die ihre Verantwortungen auf Lebzeiten haben und gerne annehmen.

Es ist höchste Zeit, das alle Führungskräfte wieder in den menschlichen Tugenden und dem Umgang mit Menschen aus- und weitergebildet werden und nicht nur als ergebnisorientierter Zombie als Inhaber einer Rolle, wie man es in verhaltenspsychologischen Theorien gerne definiert.  Drehen wir den Spiess wie von Dr. Regina Mahlmann propagiert wieder um, laufen wir noch tiefer in die Business Sackgasse als wir heute bereits drin stecken.

Und ja; wie geschrieben; wir haben den Mitarbeiter als „ganzen Menschen“ in den Fokus des Führens zu rücken! Und ja, wir haben Führungskräfte für das Ausgebranntsein von Mitarbeitenden schuldig zu sprechen. Aber der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken. Und da muss ein Umdenken beginnen. Und ich gehe noch weiter; Die gesamte Umwelt, der Menschen mit denen wir zusammen arbeiten und leben muss mit einbezogen werden und es muss FÜHRUNGSkräfte geben, die dafür auch die Teilverantwortung übernehmen wollen und können.

Man kann über die Bundeswehr heute denken wie man möchte, aber diese Werte – Verantwortung für die mir anvertrautren Menschen – hat man mir bereits vor über 35 Jahren als Führungskraft mit 19 Jahren beigebracht. Und das war gut so, denn in dieser Branche geht es möglicherweise um Leben oder Tod. Wir sollten uns davor hüten auf Beratungsgurus, welcher Couleur auch immer, blind zu hören wenn diese noch nie selbst langjährige Führungserfahrung mitbringen und deren Modelle dann auf das gesamte Unternehmen übertragen.

Würden Sie in ein Flugzeug für einen Transatlantikflug einsteigen, wenn sie wüssten, dass Pilot und Copilot das Fliegen nur aus Büchern kennen und selbst noch nie ein Flugzeug gestartet und gelandet haben? Denken Sie mal drüber nach!

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sanoson grün hoch m textIst es aber bereits soweit, dass sie oder Ihre Mitarbeiter einen Therapeuten benötigen würden, dann sollten Sie auch einen aufsuchen. Die Wissenschaft ist jedoch in der Forschung so weit. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Paracelsus Universität Salzburg www.musik-medizin.at, ist es in 10jähriger Forschungsarbeit gelungen ist, eine Methode gegen Burnout und Depressionen zu entwickeln die in klinischen Doppelblindstudien Erfolgschancen von über 89% belegt haben. Weltweit einzigartig  und optimiert für den Einsatz in Unternehmen ohne zu stigmatisieren. Infos HIER www.sanoson-prevent.com

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